für internationale Buch- und Schriftkunst

Aufstockung des Klingspor-Museums

Stadt Offenbach, 18. November 2005


Die Asymmetrie der beiden Eckbauten des Büsing-Palais fällt nicht gleich ins Auge. Nur beim bewussten Hinsehen erkennt man: Dem Südflügel, in dem das Klingspor Museum untergebracht ist, fehlt das Dachgeschoss. Im Rahmen der Aufbauarbeiten des Büsing-Palais, das im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, konnte der südliche Teil bisher nicht analog zum Nordflügel (Bücherturm) ergänzt werden. Mit dem Ziel, aktiv Spenden für die Aufstockung des Klingspor Museums zu sammeln, wurde nun eine Förderinitiative ins Leben gerufen.


Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges betrafen am südlichen Kopfbau des 1779 von den Schnupftabakfabrikanten Peter Bernard und Johann G. d´Orville vollendeten Herrenhauses das Mansardengeschoss. Es wurde durch ein flaches, zur Mitte hin leicht ansteigendes Notdach ersetzt. Mit der Aufstockung, die sich am Original orientieren und unter Berücksichtigung der Denkmalpflege umgesetzt würde, würde die Rekonstruktion des Palais zum Abschluss gebracht. Oberbürgermeister Gerhard Grandke bezeichnete bei der Vorstellung des Fördervereins, zu dessen Gründung er selbst anregte, die Aufstockung als „Schlussbaustein des historischen Gebäudes“, womit ein „Riesenstück Stadtreparatur vollendet“ würde.


Das Büsing-Palais heute: Dem linken Gebäudeteil fehlt das Dachgeschoss.
So sähe das Palais nach der Aufstockung aus.
(Zeichnung: hoffmann röder)


Aber nicht nur die bauliche Situation unter dem Gesichtspunkt der Denkmalpflege ist Anliegen des neu begründeten Vereins. Ziel ist zudem, das im Südflügel ansässige Klingspor Museum um den Dachbau zu vergrößern und damit seine Funktionstüchtigkeit zu verbessern. Seit seiner Gründung und Einrichtung im Büsing-Palais im Jahr 1953 ist das Museum stetig gewachsen. Seine Sammlung erweiterte sich beträchtlich auf einen Gesamtbestand von rund 70.000 Einheiten der Buch- und Schriftkunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Derzeit verfügt das Klingspor Museum über Ausstellungsräume im Erd- und Obergeschoss des Kopfbaus, die insgesamt 600 Quadratmeter umfassen. Das neu zu errichtende Dachgeschoss würde mit zirka 200 zusätzlichen Quadratmetern bedeutend mehr Platz für die Lagerung und Präsentation des Bestandes bieten. Museumsleiter Dr. Stefan Soltek wies auf die Nutzungsvielfalt der zu gewinnenden Räumlichkeiten hin, die neben einem erweiterten Depot und mehr Ausstellungsfläche auch eine Art Begegnungsraum möglich machten. So könnte es in Zukunft einen vorbereiteten Raum, eventuell mit Medieneinrichtung, geben, in dem bestimmte Besuchergruppen wie Schüler und Studenten kontinuierlich arbeiten könnten. Zu diesem Zweck sei es derzeit notwendig, Tische und Stühle umzuräumen.

Der am 24. Oktober neu gegründete Verein hat unter Federführung von Dr. Bruno Knapp, der bereits für den Aufbau des Metzlerschen Badetempels einer ähnlichen Förderinitiative vorsteht, sieben namhafte Personen des Offenbacher Lebens zusammengeführt. Sie fordern in Offenbach und darüber hinaus am Kulturleben der Stadt und speziell am Klingspor Museum interessierte Menschen auf, Geld zu spenden. Zirka 300.000 Euro wird die Aufstockung des historischen Gebäudes kosten, wovon die Stadt Offenbach ein Drittel tragen wird. Die anderen zwei Drittel sollen durch den Förderverein finanziert werden. Dann könnte in fünf Jahren das Ziel des vollständigen Wiederaufbaus des Büsing-Palais erreicht werden, so OB Grandke.

Wenn Sie für die Aufstockung des Büsing-Palais spenden möchten, ist dies über die folgenden zwei Bankverbindungen möglich:
Deutsche Bank, Konto-Nr. 066080300, BLZ 505 700 24 und
Städtische Sparkasse, Konto-Nr. 51691, BLZ 505 500 20.

Ansprechpartner für den Förderkreis ist Dr. Stefan Soltek.


Librorum Animatio
Premiere der Benefiz-Veranstaltungsreihe zur Aufstockung des Klingspor-Museums
Eine neue Benefiz-Veranstaltungsreihe wurde im Klingspor-Museum unter dem Titel LIBRORUM ANIMATIO ins Leben gerufen. Ihre Premiere kam am Sonntag, dem 19. Februar 2006, in Kooperation mit der Bad Homburger Kunstgalerie Michael Blaszczyk zustande. Aus seinem Fundus präsentierte der Galerist im Museum die Suite der Radierungen Pablo Picassos, die dieser 1931 für Albert Skiras Buch zu den Metamorphosen des Ovid schuf. Eine der Radierungen stiftete Blasczyzk zur Verlosung, zu der rund 70 geladene Gäste Umschläge mit Förderbeträgen als Lose beisteuerten. 3705 Euro wurden auf diesem Wege gesammelt und dem FörderVerein "Aufstockung Klingspor Museum" überstellt. Damit sind, nach Sammelbeginn im Dezember 2005, die ersten 10.000 Euro zusammengebracht; dieses noch 10mal zu schaffen, ist das Ziel des Fördervereins. Die Veranstaltung am Sonntag unterstrich die Ambitionen und Möglichkeiten des Museums, seine Partnerschaften auszubauen, um hochwertig die Buchkunst des 20. Jh. in der Öffentlichkeit zu präsentieren und diese auch auf diesem Weg für das Museum, speziell seine anstehende Aufstockung, zu gewinnen.

Pressemeldung
Spende von Kurt Henninger aus der Offenbach Post als PDF