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Bremer Presse 1911– 1944
Standort der Presse war zwischen 1911 und 1918 Bremen, dann Verlegung nach Tölz, wo man im Landhaus von Thomas Mann druckte, schließlich Umzug nach München, wo noch bis 1939 gesetzt und gedruckt und 1944 Presse und Bibliothek von Bomben zerstört wurden.
Gegründet wurde die Bremer Presse von Ludwig Wolde, der die literarische Leitung übernahm und Willy Wiegand, dem technischen Leiter. Mitarbeiter waren Rudolf Alexander Schröder, Hugo von Hofmannsthal und Rudolf Borchardt. Weitere Arbeiten entstanden in Gemeinschaftsarbeit mit Anna Simons (Initialen und Titelentwürfe), Josef Lehnacker (Drucker und Holzschneider), Frieda Thiersch (Buchbindearbeiten) und Louis Hoell (Stempelschneider).
Vorbild der Bremer Presse war die englische Doves Press. Entsprechend zeichnen sich alle Drucke aus durch Reduzierung der typographischen Mittel und sparsame Verwendung des Buchschmucks.

@ Am Klingspor-Museum sind ca. 40 Titel aus der Zeit von 1919 bis 1932 vorhanden, außerdem ein Papierumschlag mit verschiedenen Schriftproben der Presse: darunter zwei Antiqua-Schriften sowie eine breite Fraktur mit viel Körper, die für die fünfbändige Ausgabe der Bibel (1926– 1928) Verwendung finden sollte. Darüberhinaus erhielt das Klingspor-Museum 1980 überraschenderweise von Erben Willy Wiegands Originalstempel und Kupfermatrizen zweier Pressenschriften (Bibelschrift und Griechische Type).