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Typographie - die Wahl von Schriftart und Schriftgrad, die Bestimmung des Durchschusses und letztlich die Anordnung der Schrift auf dem Papier - all das kann auf verschiedene Weise geschehen: So wechselt im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrmals die typographische Buchgestaltung: ausgehend vom dekorativen Jugendstil, der ebenfalls seine eigenen Schriften und Schmuckformen hat, entwickelt sich bald eine sachdienliche Gestaltung, der in der Gründung der Steglitzer Werkstatt (1901) und des Werkbundes (1907) Ausdruck findet. Gleichzeitig kommen neue Beziehungen zwischen Form, Fläche und Raum unter G. Braque und P. Picasso zum Tragen. Eine moderne neue Typographie mit fast aggressiven Gestaltungsregeln entsteht unter der Bezeichnung »Neue Sachlichkeit«. Merkmale sind die Bevorzugung der Grotesk als sachlich betontere Schriftform, Ablehnung der Ornamente, klare Hervorhebung des Wesentlichen in den Überschriften, Einbeziehen der leeren Papierflächen in der Gestaltung, starke Kontraste im Helldunkel sowie die Verwendung fetter Linien. Um 1916 entsteht vor dem Hintergrund des 1. Weltkrieges und der politischen Umwälzungen in Deutschland und Rußland der Dadaismus. Entscheidend für alle Ausdrucksformen ist der Zufall, Anwendung finden vornehmlich große Formen und fette Schriften (Kurt Schwitters und El Lissitzky).

Nach 1945 kommen Elementare und Experimentelle Typographie auf - die Suche nach neuen Ausdrucksformen unter Verzicht auf alle tradierten Gestaltungsregeln.


Sammlung Hendik Nikolaas Werkman 1882 - 1945
Sammlung Josua Reichert 1937